Werkzeug kostenlos testen: Gratis Proben und Testprogramme für Heimwerker
Werkzeug kostenlos testen klingt zu gut, um wahr zu sein. Aber tatsächlich vergeben Werkzeughersteller regelmäßig Testprodukte an Heimwerker und Handwerker. Der Hintergrund: Bevor ein neuer Akkuschrauber, ein Schleifgerät oder ein Handwerkzeug in den Baumarkt kommt, muss es unter realen Bedingungen geprüft werden. Und dafür brauchen Hersteller Menschen, die tatsächlich damit arbeiten.
Welche Werkzeuge werden zum Testen angeboten?
Die Bandbreite ist größer, als man vermuten würde. Gratis Werkzeug Proben umfassen sowohl einfache Handwerkzeuge als auch hochwertige Elektrowerkzeuge. Hier ein Überblick nach Kategorien:
Handwerkzeuge
Schraubendreher, Zangen, Inbusschlüssel, Maul- und Ringschlüssel, Handsägen und Feilen sind die häufigsten Testprodukte in dieser Kategorie. Die Produkte haben meist einen Warenwert zwischen 10 und 50 Euro. Hersteller testen hier vor allem neue Griffmaterialien, ergonomische Formen und die Haltbarkeit von Beschichtungen.
Ein Beispiel: Ein deutscher Schraubendreherhersteller hat kürzlich 200 Tester gesucht, um eine neue Griffform zu bewerten. Die Frage war einfach: Liegt der Griff nach zwei Stunden Arbeit noch angenehm in der Hand, oder drückt er? Solche Dinge lassen sich nur im Praxistest beantworten.
Elektrowerkzeuge
Akkuschrauber, Bohrmaschinen, Stichsägen, Winkelschleifer und Multifunktionswerkzeuge werden ebenfalls getestet. Hier sind die Warenwerte deutlich höher, teilweise über 200 Euro. Entsprechend strenger ist die Auswahl der Tester. Hersteller wollen sichergehen, dass die Geräte von erfahrenen Nutzern bewertet werden, die den Unterschied zwischen einem 18-Volt- und einem 20-Volt-Akku erklären können.
Zubehör und Verbrauchsmaterial
Bohrer, Sägeblätter, Schleifpapier, Dübel und Schrauben werden am häufigsten als Gratisproben angeboten. Der Grund ist naheliegend: Diese Produkte werden verbraucht und müssen regelmäßig nachgekauft werden. Ein Tester, der mit einem Bohrersatz zufrieden ist, kauft die nächste Packung höchstwahrscheinlich von derselben Marke.
Messwerkzeuge und Zubehör
Laserentfernungsmesser, Wasserwaagen, Winkelmesser und Zollstöcke sind eine wachsende Kategorie im Werkzeug-Produkttester-Bereich. Besonders digitale Messwerkzeuge, die per App gesteuert werden, brauchen viel Nutzerfeedback, bevor sie marktreif sind.
Warum verschenken Werkzeughersteller ihre Produkte?
Werkzeughersteller verschenken nichts. Sie investieren in Marktforschung. Ein Produkttest mit 200 Teilnehmern kostet den Hersteller vielleicht 20.000 Euro an Warenwert. Eine professionelle Marktforschungsstudie mit vergleichbaren Ergebnissen würde das Zehnfache kosten.
Außerdem bekommen Hersteller durch Praxistests etwas, das kein Labor liefern kann: echte Nutzungsszenarien. Wenn ein Akkuschrauber auf einer Baustelle bei minus fünf Grad funktionieren muss, beim Zusammenbau eines IKEA-Regals aber auch, dann braucht der Hersteller Rückmeldungen aus genau diesen Situationen.
Ein weiterer Faktor ist die Mundpropaganda. Handwerker und Heimwerker reden über ihre Werkzeuge. Wer als Werkzeug Produkttester ein Gerät ausprobiert hat und zufrieden ist, erzählt das seinen Kollegen und Bekannten. Das ist Marketing, das kein Werbespot ersetzen kann.
So wirst du Werkzeug-Produkttester
Die Anforderungen sind höher als bei Lebensmitteln oder Kosmetik. Werkzeughersteller suchen nicht irgendjemanden. Sie suchen Tester mit Erfahrung.
Das bedeutet nicht, dass du Schreinermeister sein musst. Aber du solltest regelmäßig handwerklich arbeiten und in der Lage sein, deine Erfahrungen klar zu beschreiben. Ein Profil, das zeigt, dass du regelmäßig Projekte umsetzt, erhöht deine Chancen erheblich.
- Profil detailliert ausfüllen: Gib an, welche Werkzeuge du besitzt und wie oft du sie nutzt. Beschreibe typische Projekte: Renovierung, Möbelbau, Gartenarbeit, Autobastelei.
- Vorhandene Werkstatt beschreiben: Manche Hersteller bevorzugen Tester mit einer ausgestatteten Werkstatt. Wenn du eine hast, erwähne das.
- Fotografische Fähigkeiten zeigen: Gute Produktfotos machen dich für Hersteller besonders wertvoll. Zeige in deinem Profil, dass du in der Lage bist, aussagekräftige Bilder zu machen.
- Bisher verfügbare Bewertungen verlinken: Wenn du schon Bewertungen auf Amazon, im Baumarkt-Onlineshop oder einem Forum geschrieben hast, verlinke sie.
Praxis-Tipp: Viele Werkzeughersteller haben eigene Tester-Communities auf ihren Webseiten. Bosch, Makita und Würth bieten solche Programme an. Melde dich dort direkt an, nicht nur auf allgemeinen Testportalen. Die Auswahlchancen sind bei herstellereigenen Programmen oft besser.
Was wird von Werkzeug-Testern erwartet?
Der Aufwand ist größer als bei einer Shampoo-Probe. Werkzeughersteller investieren viel in jedes Testprodukt und erwarten entsprechend detailliertes Feedback.
Ein typischer Testbericht umfasst 300 bis 500 Wörter und beschreibt, wofür du das Werkzeug benutzt hast, wie es sich im Vergleich zu ähnlichen Produkten schlägt und was dir aufgefallen ist. Dazu kommen mindestens fünf bis zehn Fotos, die das Werkzeug im Einsatz zeigen.
Manche Programme verlangen zusätzlich ein kurzes Video. Keine Hochglanzproduktion, sondern ein ehrlicher Praxisbericht: Wie liegt das Gerät in der Hand? Wie laut ist es? Wie schnell wird der Akku leer? Ein zwei- bis drei-minütiges Handyvideo reicht meistens aus.
Die Testphase dauert bei Werkzeugen länger als bei Verbrauchsgütern. Vier bis acht Wochen sind üblich, damit du das Produkt in verschiedenen Situationen einsetzen kannst. Danach füllst du den Abschlussbericht aus.
Darf man die Werkzeuge behalten?
Bei den meisten Testprogrammen ja. Handwerkzeuge und Verbrauchsmaterial darfst du in der Regel behalten. Bei teuren Elektrowerkzeugen gibt es beide Varianten: Manche Hersteller lassen dir das Gerät, andere verlangen es nach dem Test zurück.
Lies die Teilnahmebedingungen aufmerksam durch, bevor du dich bewirbst. In den meisten Fällen steht dort klar, ob das Testprodukt bei dir bleibt oder zurückgeschickt werden muss. Wenn du das Werkzeug behalten darfst und einen guten Testbericht ablieferst, ist das ein faires Tauschgeschäft für beide Seiten.
Wer sich für Produkttests über den Werkzeugbereich hinaus interessiert, findet bei Elektronik-Tests ähnliche Programme mit höherwertigen Produkten. Und für den Einstieg ins Produkttesten eignen sich aktuelle Gratisproben, die leichter zu bekommen sind.